#Teil 1

Fußball-Weltmeisterschaft in Russland:
Nützliche Tipps für WM-Besucher 

vom 14. Juni bis zum 15. Juli 2018 findet in Russland die Fußball-Weltmeisterschaft statt. Die 64 Weltmeisterschaftsspiele werden in 11 Städten im europäischen Teil Russlands ausgetragen: Moskau, St. Petersburg, Jekaterinburg, Kaliningrad, Kasan, Nischni Nowgorod, Rostow am Don, Samara, Sotschi, Wolgograd und Saransk. 

Damit die Reise nach Russland für alle Fußball-Fans ein einmaliges Erlebnis wird, haben wir praktische und nützliche Tipps zur Vorbereitung der Reise und für den Aufenthalt in Russland zusammengetragen. In unserer dreiteiligen Sonderausgabe erhalten Sie  Informationen zur Ein- und Anreise nach Russland und zum jeweiligen Spielort. Außerdem stellen wir Ihnen die 11 Veranstaltungsorte etwas näher vor. Als besonderes Bonbon präsentieren wir Ihnen eine Auswahl an Fußball-Vokabeln, damit Sie pünktlich zur WM auch sprachlich fit sind. 

Viel Vergnügen beim Lesen!

 

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Allgemeine Tipps

Ohne Fan-Ausweis läuft nichts

Der Fan-Ausweis ist ein von den russischen Behörden gefordertes Identitätsdokument. Alle Inhaber von WM-Tickets benötigen für den Zugang zu den Stadien der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018 neben einem gültigen Ticket auch einen Fan-Ausweis. 
Der Antragsprozess für Ihren Fan-Ausweis kann beginnen, sobald Sie die FIFA-E-Mail-Bestätigung für Ihren Kauf erhalten haben. Dafür müssen Sie sich unter www.fan-id.ru registrieren und ein Formular mit Angaben zum Ticket, Ihrem Reisepass und persönlichen Informationen ausfüllen. 
Auch für Kinder muss ein Fan-Ausweis beantragt werden. Der Ausweis ist für den gesamten Zeitraum der Weltmeisterschaft gültig. 
Dieses Verfahren wurde bereits bei den Olympischen Spielen in Sotschi und beim FIFA Confederations Cup 2017 in Russland angewendet.

Ohne Visum nach Russland

Normalerweise benötigen deutsche Staatsangehörige für die Einreise nach Russland ein Visum. Zur Unterstützung der Fußballweltmeisterschaft hat die russische Regierung jedoch für Fans aus der ganzen Welt ein Gesetz zur Befreiung von der Visumspflicht während des Wettbewerbszeitraums verabschiedet. 
Die visumfreie Ein- und Ausreise nach Russland ist aber nur mit Fan-Ausweis (s.o.) möglich. Der Zeitraum, in dem WM-Besucher mit Fan-Ausweis visumfrei ins Land einreisen und sich dort aufhalten können, beginnt zehn Tage vor dem ersten WM-Spiel und endet zehn Tage nach dem letzten WM-Spiel. Um die Befreiung von der Visumpflicht in Anspruch nehmen zu können, müssen ausländische Staatsangehörige den Fan-Ausweis beantragt haben. 

Zum Spiel per kostenfreiem Sonderzug

Für die Dauer der Weltmeisterschaft wird den Inhabern eines WM-Tickets und eines Fan-Ausweises am Tag des jeweiligen Spiels die kostenlose Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gewährt. Das schließt sowohl die Nutzung von Sonderzügen zum Veranstaltungsort bzw. zwischen den Veranstaltungsorten als auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in den Veranstaltungsorten ein. Insgesamt werden 500 Sonderzüge während der WM zum Einsatz kommen, die die 11 Austragungsorte miteinander verbinden. Um Tickets für die Sonderzüge nutzen zu können, sollten Sie folgendes beachten:

  • Kostenfreie Fahrten mit dem Sonderzug werden nach dem Prinzip First Come First Served vergeben.
  • Unter transport2018.com ist eine Registrierung erforderlich. Die Möglichkeit zur Registrierung endet jeweils einen Tag vor Abfahrt des jeweiligen Sonderzugs.
  • Fahrten mit dem Sonderzug können nur zu Orten bzw. Spielen beantragt werden, für die ein gültiges WM-Ticket vorliegt.

Nach der Registrierung und der Wahl der Route erhält man eine Bestätigungsmail mit angehängter Bordkarte. Neben allen notwendigen Reiseinformationen beinhaltet die Mail auch eine Liste mit erforderlichen Dokumenten, die man zum Einstieg im Zug vorzeigen muss.

Jekaterinburg

Die Stadt der zwei Kontinente

Den Auftakt unserer Kurzporträts bildet die Stadt Jekaterinburg (ehem. Swerdlowsk). Mit 1.43 Mio. Einwohnern ist sie die viertgrößte Stadt Russlands. Jekaterinburg ist eine wichtige Industrie-, Finanz-, Bildungs- und Kulturmetropole des Urals und die Hauptstadt des Swerdlowsker Gebietes. Sie ist eine der wichtigsten Stationen der Transsibirischen Eisenbahn (Transsib) und liegt genau an der Grenze zwischen Europa und Asien.
Die WM-Spiele in Jekaterinburg werden im Central-Stadion ausgetragen, das 35.000 Zuschauern Platz bietet. Das Fan-Fest wird im Majakowski-Zentralpark stattfinden, einem grünen Ort in einem zentral gelegenen Bereich der Stadt. Der Platz wird  im Sommer 17.000 Fans beherbergen. 

Was sollten sich Jekaterinburg-Besucher auf keinen Fall entgehen lassen?

  • Den Besuch des Obelisken "Europa-Asien", an dem man mit einem Bein in Europa und mit dem anderen gleichzeitig in Asien stehen kann;
  • Die Aussichtsplattform des Wolkenkratzers "Wysotskij" zu besteigen;
  • Die Besichtigung einiger der 35 Sehenswürdigkeiten Jekaterinburgs, die mit einer auf dem Asphalt gemalten roten Linie miteinander verbunden sind;
  • Den Besuch des Boris Jelzin Museums;
  • Einen Bummel durch die beliebte Weiner-Straße.
Weitere Tipps für Ihren Besuch in Jekaterinburg finden Sie hier.


Jugend- und Schüleraustausch mit Jekaterinburg

Jekaterinburg unterhält vielfältige Verbindungen nach Deutschland. Seit mehreren Jahren gibt es eine Städtefreundschaft mit Wuppertal, die auf Hilfsgütertransporte in den Jahren 1991/92 zurückgeht. Partnerschaftliche Beziehungen bestehen außerdem zwischen dem Swerdlowsker Gebiet und Baden-Württemberg. Trotz der Entfernung finden regelmäßig Jugend- und Schülerbegegnungen in Jekaterinburg bzw. mit Einrichtungen aus Jekaterinburg statt.

Einen Schwerpunkt bilden dabei Projekte zur Förderung der deutschen Sprache und Kultur, aber auch zur Intensivierung des Austauschs. Beispielsweise nehmen sieben Schulen aus Jekaterinburg am Projekt „Mit Deutsch zum Titel!“ des Goethe-Instituts teil, bei dem Fußball, Spaß und Spiel mit dem Deutschlernen verbunden sind.
Jugend- und Schüleraustausche mit Partnerorganisationen aus Jekaterinburg wurden im vergangenen Jahr u.a. von der Sportjugend Rheinland-Pfalz, der THW-Jugend, von der Chance – Bildung, Jugend und Sport BJS gGmbH aus Berlin, dem Kolibri e.V. aus Dresden und der Heimvolkshochschule St. Hedwigshaus e.V. aus Oerlinghausen durchgeführt.

Kaliningrad

Die Immanuel-Kant-Stadt

Kaliningrad ist die Hauptstadt der gleichnamigen russischen Provinz, die sich an der Ostsee zwischen Polen und Litauen befindet und Geburtsstadt des berühmten Philosophen Immanuel Kant. Neben Flugverbindungen nach Kaliningrad verkehren regelmäßig zahlreiche Buslinien zwischen Kaliningrad und deutschen Städten.
Die vier WM-Spiele werden in der Kaliningrad-Arena ausgetragen, der Heimstätte des Fußballklubs Baltika Kaliningrad. Das Stadion bietet 35.000 Zuschauern Platz und befindet sich auf der Pregel-Insel Lomse.
Das Fan-Fest findet in Kaliningrad auf dem Zentralen Platz statt. Der Zentrale Platz ist ein historischer Ort im Innenstadtbereich, auf dem sich früher das Königsberger Schloss befand. Das Gelände liegt landschaftlich reizvoll am Seeufer und ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. 

Was sollten sich Kaliningrad-Besucher auf keinen Fall entgehen lassen?

  • Den Besuch der Kantinsel mit dem bekannten Königsberger Dom und dem Grab Immanuel Kants;
  • Einen Spaziergang durch das "Fischerdorf" und die Einkehr in einem der vielen, netten Cafés;
  • Den Besuch von Russlands einzigem Bernsteinmuseum;
  • Die Besichtigung des Weltozeanmuseums;
  • Den Besuch der einzigartigen Kurischen Nehrung.
Weitere Tipps für Ihren Besuch in Kaliningrad finden Sie hier.

Jugend- und Schüleraustausch mit Kaliningrad

In Kaliningrad, (ehem. Königsberg), das jahrhundertelang unter preußischer Herrschaft stand, sind die Spuren des deutschen Erbes noch immer präsent. Entsprechend vielfältig sind auch die Verbindungen, die Kaliningrad nach Deutschland unterhält.
Die Städte Kiel und Bremerhaven sind offizielle Partnerstädte von Kaliningrad. Aber auch zu den Städten Bonn, Rostock, Lübeck, Duisburg, Zeitz und Hamburg existieren enge Verbindungen. Jedoch spielen sich die Kontakte nicht nur auf kommunaler Ebene ab. Verschiedenste Vereine, Organisationen, Verbände, kulturelle und soziale Einrichtungen sind in die Zusammenarbeit und den Austausch mit Kaliningrad involviert.
Schüler-, Jugend- und Fachkräftebegegnungen mit Partnern aus Kaliningrad wurden im vergangenen Jahr u.a. vom Land und Leute e.V. Röbel, von JunOst e.V. aus Düsseldorf, dem Landesjugendring Schleswig-Holstein und der Freien Waldorfschule Werder/Havel organisiert. Auch aus Kaliningrad nehmen acht Schulen am Projekt „Mit Deutsch zum Titel!“ teil, bei dem das Erlernen der deutschen Sprache mit Fußball und viel Spaß verbunden ist.

Kasan

Die Stadt der Jugend

Die 1000-jährige Stadt Kasan ist eine der ältesten russischen Städte und die Hauptstadt der Republik Tatarstan. Sie ist ein wichtiges Zentrum des russischen Islams sowie ein bedeutender Kultur-, Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort und Verkehrsknotenpunkt.
Mit 30 der größten Universitäten des Landes und mehr als 180.000 Studierenden ist Kasan eine Stadt der Jugend. Zu den 1,2 Millionen Einwohnern der Stadt gehören über 100 Nationalitäten. Diese Vielfalt und die vielen jungen Menschen erzeugen in der Stadt eine moderne, tolerante und weltoffene Atmosphäre.

Die WM-Spiele werden in der Kasan-Arena ausgetragen, die vom gleichen Architekturbüro wie das Wembley-Stadion und das Emirates-Stadion in London entworfen wurde. 2013 fand darin bereits die Sommer-Universiade statt. Die Arena bietet 45.000 Besuchern Platz und ist Heimstätte des FC Rubin Kasan. Das Fan-Fest findet im „Familienzentrum Kasan“ statt, einem Komplex an der Wolga mit einem kunstvoll gestalteten Palastbau, der den Zeichnungen des russischen Malers und Bildhauers Dashi Namdakov entspringt und als Hochzeitspalast genutzt wird.  

Was sollten sich Kasan-Besucher auf keinen Fall entgehen lassen?

  • Die Besichtigung des Kasaner Kremls, der wichtigsten Sehenswürdigkeit Tatarstans;
  • Den Besuch der Kul-Scharif-Moschee, einem Tempel aller Religionen;
  • Den Besuch des Landwirtschaftspalastes, einem modernen und spektakulären Wahrzeichen von Kasan;
  • Eine Fahrt mit dem Schiff zur historischen Insel Swijasch;
  • Einen Bummel durch die Altstadt von Kasan und die Baumann-Straße.
Weitere Tipps für Ihren Besuch in Kasan finden Sie hier.

Jugend- und Schüleraustausch mit Kasan

Zwischen Kasan und Braunschweig existiert eine 30-jährige Partnerschaft. Der 1988 begründeten Freundschaft ging ein reger Schüler- und Jugendaustausch voraus. Seitdem finden jedes Jahr Austauschbegegnungen zwischen Schülerinnen und Schülern Braunschweiger und Kasaner Schulen statt.
Darüber hinaus wurden Jugend- und Fachkräftebegegnungen mit Partnerorganisationen aus Kasan im vergangenen Jahr u.a. von der Stadtverwaltung Braunschweig, der djo – Deutsche Jugend in Europa, Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. und von JunOst e.V. organisiert.

Sprachlich fit

Sprachlich fit zur WM

Damit es bei der WM 2018 auch außerhalb vom Spielfeld mit der Verständigung klappt, wird in Kürze der kleine deutsch-russisch-polnische Sprachführer "Drei Друзья z boiska" erscheinen. Mit Hilfe der darin enthaltenen Worte, Wendungen und vollständigen Sätze können sich Jugendliche aus den drei Ländern selbstständig verabreden und sich über Fußball sowie andere Themen austauschen. Zur Einstimmung auf die WM präsentieren wir Ihnen hier bis zum Start der Weltmeisterschaft eine kleine Auswahl an wichtigen und nützlichen Vokabeln.

Die Vielfalt des Fan-Daseins im Russischen

Sie sind ein großer Fußballfan und haben Tickets für die WM 2018 in Russland ergattert? Dann werden Sie spätestens bei der Registrierung für die Fan-ID feststellen, dass Fan auf Russisch nicht immer gleich „фан“ ist. Tatsächlich findet sich die aus dem Englischen stammende Verkürzung für „fanatic“ nur in neueren Wortschöpfungen wie Fan-Meile „фанзона“ und Fan-Klub „фан-клуб“. Als Teil der begeisterten Masse im Stadium ist der Fan dann ein „фанат“ (fanat) oder einer, der mitfiebert als „болельщик“ (balelschtschik). Auf den Begriff „болельщик“ werden Sie auch stoßen, wenn Sie Ihre Fan-ID erhalten, die auf Russisch „паспорт болельщика“ (pasport balelschtschika) heißt, oder wenn Sie sich auf das Fan-Fest begeben, dem „фестиваль болельщиков“ (festiwalj balelschtschikaw).

* Bitte antworten Sie nicht auf diese E–Mail. Bei Anmerkungen zum aktuellen Infobrief oder Abmeldung des Infobriefs, schreiben Sie einfach eine kurze E–Mail
an katrin.haft@stiftung-drja.de.

Stiftung Deutsch–Russischer Jugendaustausch gGmbH
Mittelweg 117 b
20149 Hamburg
Fon +49 (0) 40.87 88 679–30
Fax +49 (0) 40.87 88 679–20
www.stiftung-drja.de/

Geschäftsführer: Thomas Hoffmann
Amtsgericht Hamburg HRB 97122